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Udo UlfkotteWas würden Sie von einem Richter halten, der einen Angeklagten noch vor dem Prozess öffentlich einen Verbrecher nennt? Sie würden den Richter selbstverständlich wegen Befangenheit ablehnen. Bundespräsident Christian Wulff (CDU) ist nun ein solcher Richter: Er hat öffentlich die Entlassung von Thilo Sarrazin gefordert und den nur unter Politikern und Journalisten umstrittenen Bundesbanker weithin vernehmlich vorverurteilt. Wulff muss nun darüber entscheiden, ob er dem Gesuch von fünf Vorstandsmitgliedern der Bundesbank folgen und Thilo Sarrazin entlassen soll. Doch die Mehrheit der Deutschen will das laut Umfragen ganz sicher nicht. Wenn Wulff gegen den in allen Umfragen belegten Willen der Mehrheit des Deutschen Volkes handelt, dann ist er nicht nur ein Charakterschwein. Wir haben dann den ersten Volksverräter im Bundespräsidialamt. Man kann als Politiker vieles vor dem Volke verbergen. Die Deutschen hatten vor Jahren einen Bundespräsidenten, dessen tiefe Vorliebe für junge Männer jedem in seiner Umgebung bekannt war – nur nicht dem Volke. Der oberste Repräsentant des deutschen Volkes wurde mit der Flugbereitschaft zu »politischen Gesprächen« ins Ausland geflogen, über deren »Höhepunkte« es dann ganz bestimmt keine Presseerklärungen gab. Die Berliner Polit-Journalisten unserer »Nachrichtenmagazine« blickten diskret darüber hinweg, dass der verheiratete Bundespräsident zwei Seiten hatte: eine für die Öffentlichkeit und jene, die man besser auch heute noch nicht einmal ansatzweise näher betrachtet. Es gab in einem Bundesland einen Untersuchungsausschuss, in dessen Verlauf die Abgründe bekannt zu werden drohten – er beendete seine Arbeit ebenso diskret wie er sie aufgenommen hatte. Die vielen smarten jungen Männer, die einem früheren Bundespräsidenten jeden Wunsch erfüllten, sind heute anderen Herren zu Diensten.
05.09.2010, 22:49 von wahrheit |
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