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Langzeitarbeitslos gleich Chancenlos?

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Langzeitarbeitslos gleich Chancenlos?

Geschrieben von
Thomas Marschner
Sonntag, 25. Juli 2010

Langzeitarbeitslose empfinden sich in Deutschland als „vom Arbeitsmarkt" ausgesondert, als quasi chancenlos. Diese „Überflüssigen" wollen vielfach eine Lebensperspektive, eine Aufgabe oder Funktion, die ihnen das Gefühl der Zugehörigkeit in der Gesellschaft vermittelt.

Sie wollen aber nicht benutzt oder ausgenutzt werden, sich als billige Arbeitsklaven oder Leibeigene, als „Menschen zweiter Klasse" fühlen, auf deren günstige Arbeitskraft man nicht verzichten will.

So oder ähnlich definieren viele der Betroffenen ihr Verhältnis zu den „aktivierenden" Maßnahmen, die sie seitens der Arbeitsverwaltung unter „Androhung von Sanktionen" erleben. Es ist nicht weit her mit der „Freiwilligkeit" und dem Engagement" für die Gesellschaft, wenn man Zwang ausübt. Zu häufig haben Betroffene erfahren, was soziale Ausgrenzung und Demütigung bedeutet. Wer nicht selbst einmal für längere Zeit im staatlichen Leistungsbezug war, wird kaum nachvollziehen können was sich hinter den harmlos klingenden Begriffen der „Aktivierung" oder einer „Eignungs- und Trainingsmaßnahme" in Wahrheit verbirgt. Auch hierin offenbart sich unsere Scheingesellschaft. Die wenigsten dieser als notwendig bezeichneten „Arbeitsmarkt integrativen" Maßnahmen, halten als angepriesene Angebote der Arbeitsverwaltung unterm Strich betrachtet, dass was sie suggerieren. Zu viele „schwarze Schafe" tummeln sich im Markt der Anbieter als Träger solcher Maßnahmen. Zu wenige Kontrollen geben denen Sicherheit, die mit den Betroffenen ihre Geschäfte machen, um selbst Kasse zu machen. Gewissensbisse haben sie nicht, denn sie denken nur an ihren Reibach.

Demütigung und Entwürdigung von Langzeitarbeitlosen wird benötigt, um deren Einverständnis abzupressen, sich jeder Form von Beschäftigung unterzuordnen, um nicht sanktioniert zu werden. Die meisten lassen diese Behandlung zu, weil sie den Kampf um ihre Grund- und Sozialrechte für aussichtslos halten. Aber gerade in der letzten Zeit werden immer mehr Urteile zugunsten Betroffener gesprochen und verfassungsrechtliche Probleme durch gerichtliche Entscheidungen bestätigt. Die Regierung bekommt Auflagen, der Willkür und den Rechtsbrüchen Einhalt zu gebieten.

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28.07.2010, 21:43 von wahrheit | 82 Aufrufe
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